Fakten und Zahlen: Wo steht Deutschland mit der Additiven Fertigung?

Sie mögen verdutzt die Augenbrauen heben, aber es gab eine Zeit, da war Deutschland Vorreiter in der Additiven Fertigung. Laut der Deutschen Prüfungs- und Beratungsorganisation EY (Ernst & Young) wurde Deutschland in den letzten Jahren aber von „vielen anderen Industrienationen“ überholt. Anhand einer Marktforschungs-Studie, für die weltweit 900 Unternehmen (222 in Deutschland) befragt wurden, kommt EY im Herbst 2019 zu dem Schluss, dass deutsche Unternehmen die Nutzung der 3D-Druck-Fertigung verschlafen und ihre Vorreiterrolle eingebüßt haben. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache:

Zwar ist der Anteil der deutschen Firmen, die den 3D-Druck einsetzen, von 37 auf 63 Prozent gestiegen, doch im Vergleich mit dem asiatischen Markt (der führend ist), relativiert sich dieser Anstieg wieder. Dort stieg der Einsatz von 3D-Druck-Verfahren von 24 auf 65 Prozent. Weltweit liegt die Erfahrung, die Unternehmen mit 3D-Druck-Technologien machen, im Durchschnitt bei 65 Prozent. Der Ländervergleich zeigt das Nachhinken Deutschlands noch deutlicher: In China setzen 81 Prozent(!) der Unternehmen additive Fertigungsverfahren ein, in Südkorea sind es 78 und in Kanada 77 Prozent.

Der 3D-Druck ist längst ein selbstverständlicher Teil der Produktion und das branchenübergreifend. Weltweit setzen laut der EY-Studie 18 Prozent der Unternehmen den 3D-Druck für die Fertigung von Endprodukten ein. Für das Geschäftsjahr 2019 wurde ein weltweites Marktvolumen von 11,2 Milliarden US-Dollar geschätzt. In vielen Industrienationen haben die Unternehmen das riesige Marktpotenzial des 3D-Drucks also erkannt und setzen die Konkurrenz, die nicht Schritt hält, mächtig unter Druck. Nicht nur das: Die EY-Studie kommt zu dem Schluss, dass die 3D-Fertigung von Endprodukten ein weltweit rasantes Wachstum bevorsteht. Die Prognose im Vergleich zu vergangenen Jahren:

  • 2016 produzierten 5 Prozent der befragten Unternehmen End-Produkte im Additiven Verfahren
  • 2019 sind es bereits 18 Prozent
  • Für 2022 erwartet die Marktforschung einen Anstieg auf 46 Prozent

Als Unternehmer kann man angesichts solcher Zahlen nur leuchtende Augen bekommen. Aber in Deutschland herrscht weiterhin Zögern und Zaudern vor. Zwar gaben 49 Prozent der befragten deutschen Unternehmen an, sie wollten bis 2022 ihre Endprodukte additiv produzieren. 2019 lag dieser Wert aber erst bei 16 Prozent. Deutschland müsste bis 2022 den Anteil der Unternehmen, die additiv Endprodukte herstellen, verdreifachen, wenn das Land nicht den Anschluss verlieren will.

Dass das geschätzte Wachstum dermaßen hoch ist, entspricht dem innovativen und umwälzenden Potenzial der additiven Fertigung. Und es bestätigt das, was wir von LIGHTWAY als Dienstleister und Produzent von 3D-Metall-Bauteilen seit Jahren vertreten. Zwar möchten wir nicht soweit gehen wie eine Autorin von EY, die die branchenübergreifenden Umwälzungen durch den 3D-Druck mit der Entwicklung von der Dampfmaschine zur Elektrizität (Link) vergleicht, aber auch hierzulande werden viele produzierende Branchen ohne additive Fertigung nicht mehr konkurrenzfähig sein. Auf die Frage nach dem Warum hat LIGHTWAY weiterführende Antworten parat.

Die zahlreichen Vorteile des Additive Manufacturing allein für Metallfertigung und Logistik bringen wir regelmäßig in Artikeln und Blog-Beiträgen auf den Punkt. Eine Auswahl:

 

Für unseren Text haben wir folgende Quellen genutzt: